Schokolade

3. April 2015

Schwer atmend wuchtet er den Sack von seinen Schultern und lässt ihn auf die Plastikfolie fallen.

Der Schweiß tropft ihm vom Gesicht.

30 Grad im Schatten, tropisch feuchte Luft, Elfenbeinküste.

Er bückt sich und verteilt die Kakaofrüchte auf der Plastikfolie.

Wie alt er sei? 19, dass sagen hier alle. Dem Aussehen nach ist er wohl eher zwölf. Er geht gebeugt, erste Anzeichen für einen Buckel sind zu sehen. Er ist hager, wiegt kaum mehr als der 50 Kilosack den er getragen hat.

Er arbeitet von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. Ohne Pause.

Was er verdiene? Gar nichts, er bekommt zu Essen. Warum das so sei? Es ist wohl Gottes Wille, seine Eltern sind arm.

Manche Bauern hier kaufen Kinder. Zwischen fünf und fünfzehnjährige.

Einmal schon hat er eine von den weißen Kakaobohnen probiert – bitter und sauer sind sie. Die probiert man nicht nochmal. Er hat gehört, dass sie daraus in Europa Schokolade machen. Die soll süß und sehr lecker sein. Gegessen hat er noch nie eine.

Wird er auch nicht – zwei Jahre später ist er tot.

Ob Kinder-Schokolade in Deutschland so heißt um uns an sein Schicksal zu erinnern?

 

Getrübtes Alpenidyll

17. Juni 2014

Die gute Nachricht vorweg – ja, es gibt sie noch die „glücklichen Kühe“.

Sieht man mal davon ab, dass

  • die Mütter zum regelmäßigem Kinderkriegen gezwungen werden damit sie ausreichend Milch geben, die man Ihnen wegnimmt,
  • die männliche Kuhkinder geschlachtet werden weil sie nicht genug Fleisch ansetzen als das sich die Aufzucht „lohnen“ würde und sie eben keine Milch geben,
  • am Ende des „glücklichen“ Lebens ja doch viel zu früh das Schlachtermesser wartet, wenn die Milchleistung nachlässt,

ja, wenn man das alles ignoriert, dann gibt es noch „glückliche Kühe“.

Diese haben wir auf unserer Wanderung im Chiemgau auch getroffen – scheinbar unendliche Almweiden.WP_20140615_003

Neugierige und lebenslustige Herden folgen Wanderern oder „Jagen“ auch schon mal Hunden hinterher. Man sieht Ihnen an, dass sie sich so richtig rundum Wohlfühlen.

"Gefährliche Waldkühe" lauern auf arglose Wanderer

„Gefährliche Waldkühe“ lauern auf arglose Wanderer

Auf der österreichischen Seite unserer Wanderung im Bezirk Kufstein, stießen wir dann zwar auch schon wieder auf eine Agrarfabrik, die genauso große Weiden hatte aber diese lieber nicht von den Kühen zertrampeln lassen wollte und sie stattdessen in einem großen und modernen Stall einsperrte.

 

Gut zweihundert Meter weiter (Karte) dann ein abscheuliches Exemplar von Stall. Gequälte Kreaturen in einem winzigen Holzstall. Hier fristen 8 Kühe in Anbindehaltung ihr Leben und stehen Knöcheltief in ihrer eigenen Scheiße. (Zur größeren Ansicht auf die Bilder klicken)

Mein erster Gedanke war „das muss doch mittlerweile verboten sein“ – ist es leider nicht. Bis 2020 gibt es im deutschsprachigem Raum Übergangsfristen und für so kleine Ställe mit „traditioneller Haltung“ vielleicht sogar gar kein Verbot – das habe ich aber noch nicht raus gefunden.

In jedem Fall werde ich den zuständigen Tierschutzverein in Kufstein mal informieren und vielleicht die Antwort auch veröffentlichen.

Insgesamt ein guter Grund sich vegan zu ernähren – bitte spart euch die Kommentare in die Richtung „wir sind aber genetische Fleischesser“ – da hab ich keine Lust mehr drauf.

Wohin mit der Kohle Nr.9 – Komm in den Garten! Dein-Gemuese e.V. Nürnberg

9. Juni 2014

Komm in den Garten Banner Woher kommt eigentlich was wir essen? Bio-Import aus Asien? Konventioneller Anbau aus der Region? Egal – Hauptsache billig?

 

Immer mehr Menschen stellen sich diesen Fragen ganz praktisch, wollen wissen wie die Lebensmittel enstanden sind die sie zu sich nehmen und eigentlich am liebsten ihr Gemüse selbst anbauen.

140529 Ulrike EichlerMit Ulrike Eichler, einer Mitgründerin des Vereins „Dein Gemüse e.V.“  haben wir am „Vatertag“ ein ausführliches Interview geführt – hört doch einfach mal rein:  Zum Runterladen einfach Rechtsklick und „Ziel speichern unter….“Download oder direkt hier im Player anhöhren „

Gerade in einer Großstadt hat nicht jeder einen eigenen Garten und/oder das notwendige Wissen übers „Gärtl´n“. Da kommt die im Ursprung aus Österreich stammende Idee gerade richtig – Die sog. Selbsterntegärten machen es selbst Anfänger*innen leicht mit der Selbstversorgung zu beginnen. Man pachtet ein Stück bestelltes Feld (2×20 Meter) auf dem schon alles gesät und gepflanzt ist was man so in der Küche brauchen kann. Von Salat über Karotten, Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln bis hin zum Zuckermais sind 20 verschiedene Gemüsearten bereit dazu, dass man sich selbst um sie kümmert. Wenn fleissig gegossen,  Unkraut gejätet und gegen unliebsame Gäste wie beispielsweise den Kartoffelkäfer vorgegangen wurde, kann man mit so einer 40 m² Parzelle einen 2-3 Personenhaushalt mit regelmäßiger Ernte beglücken. Das ganze natürlich ohne künstlichen Dünger und giftfrei – versteht sich ja von selbst. Alles was man dazu an Material und Werkzeug braucht wird zur Verfügung gestellt.

Organisiert wird der Selbsterntegarten in Vereinsform. Mit Zahlung des Vereinsbeitrages für eine Saisonmitgliedschaft in Höhe von 160€ ist es auch schon getan und dem Losgärtnern steht nichts mehr im Wege. Zwei Gartenstücke stehen derzeit in Nürnberg zur Verfügung.

Eins in Wetzendorf:140601 - Garten Wetzendorf

 

und ein weiteres in Höfen:

140601 - Garten Höfen

Die Förderung sozialer Projekte, wie Kooperationen oder die Spende freier Flächen an gemeinnützige Organisationen wird noch durch eine Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Mehr Infos unter http://www.dein-gemuese.de

Gespendet werden kann natürlich auch – sobald die Gemeinnützigkeit anerkannt ist auch noch steuerlich abzugsfähig. Über die Frage von „Fördermitgliedschaften“ ist auch noch nicht entgültig entschieden, wird es aber sicherlich geben.

Eine Ausrede billiges gespritzes Gemüse zu kaufen, dass im ungünstigten Fall um die halbe Welt gereist ist gibt es nun definitiv nicht mehr.

Auf geht´s – gärtl´t werd!

 

Feedback über Facebook:

Henry Siman Tovbiowelle is seit jahren sowas von „ausgelutscht“. hatte in den 80´igrn selbst hirsebrei auf demo´s gekocht für frau kelly. heute geh ich zu meinem türk. tante emma laden in der nachbarschaft, u. freue mich über besten fränk. spargel für 0,99ct per 1,5 kilo. gutes aus der region geht auch billig!
10. Juni um 01:15
Frank Besswarum bio „ausgelutscht“ ist versteh ich net?? kein Gift und kein Kunstdünger sondern natürliche fruchtbare Böden und Verzicht auf genmanipuliertes Obst und Gemüse ist so aktuell wie nie. Den Spargelpreis finde ich schon erstaunlich – entspricht 66 Cent pro Kilo – ws soll der Bauer und der Spargelstecher den da noch dran verdient haben?
12. Juni um 10:11
Robert KästnerBillig ist – egal über welches Produkt man redet – der falsche Begriff wenn man irgendetwas mit dem Thema Respekt vor Produzenten und Qualität am Hut hat.
Der korrekte Begriffe wäre „preiswert“.
Denn darin steckt schon von vorneherein das Wort „Wert“.
Was kann einem Spargel, der Bauer und seine Mitarbeiter wert sein, wenn man das Kilo für 0,66 € kaufen kann.
Mal abgesehen von der Situation, dass der Spargel der letzte am Samstag kurz vor Ladenschluss ist und die Alternative Wegwerfen bedeutet.

12. Juni um 18:26

 

Zuwanderung in die Sozialsysteme

5. Januar 2014

Die CSU tritt einen Stein los und die mediale Welle türmt sich auf. Bereits 2011 hat Seehofer auf seiner Aschemittwochsrede angekündigt „Die Zuwanderung in die Sozialsysteme“ bis zur „lezten Patrone“ verteidigen zu wollen. Jetzt ist der Chefpopulist der s.g. „christlichen“ „sozialen“ Union wieder ein gefragter Mann. Die Bulgaren kommen, und die Rumänen. Es klingt wie der Einfall der Hunnen. Das große Bangen um unsere Sozialsysteme hat begonnen – können sie der Belastung durch die „Flut“ von „Armutsmigrant*innen“ Stand halten?

Passend zum Kommunalwahlkampf in Bayern spielt Seehofer den Rechtsaußenparteien in die Hände – propagieren diese doch schon lange und zum Glück weitestgehend ungehört, die gleichen Themen um Stimmen für sich zu gewinnen. Denen hilft es, wenn das Thema in der Mainstreampresse breiten Raum bekommt.

Der Bezug von Hartz IV Leistungen und Kindergeld soll das Füllhorn sein dass die einwandernden Menschen über sich auszuschütten gedenken. Das die Realität eine andere ist, interessiert die Populitiker indes nicht. (Populitiker = Mischwesen aus Populist und Politiker, der immer dann in Erscheinung tritt, wenn er von Problemen die er nicht lösen möchte ablenken kann)  Beim Bezug von Hartz IV Leistungen liegt der Anteil von Bulgaren und Rumänen unter denen vergleichbarer Ausländergruppen. Beim Bezug von Kindergeld liegt die Quote sogar unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (Quelle: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article123536569/Ich-bin-Rumaene-und-dieses-Gerede-leid.html).

Mit einem allerdings hat er dann doch Recht: Die Sozialsysteme sind belastet. Wodurch möchte er aber dann lieber doch nicht wissen (siehe oben – Populitiker).

Die Belastung der Sozialsysteme und deren Abwirtschaftung hat seit vielen Jahren System, soll der schlanke Staat doch privaten Investoren ermöglichen vernünftige (also eigentlich unvernünftige) Gewinne zu machen -und so sehen die echten Belastungen der Sozialsysteme dann in Wirklichkeit aus:

– Dumpinglöhne (Die Zulassung von Dumpinglöhnen führt dazu, dass Unternehmen durch die indirekte Bezuschussung ihrer Lohnkosten duch die s.g. Aufstockungsleistungen im Hatz IV Bereich Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit machen)

– Leiharbeit (Die Ausdehnungen der Leiharbeit führen dazu, dass sich immer mehr Unternehmen zwichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schalten. Sie erhalten vom Entleiher mehr Geld als sie dem Leiharbeitnehmer zahlen. Die Differenz verwenden Sie zum Betrieb und für Ihre Gewinne – aus den Betriebskosten entstehen natürlich keine Abgaben für die Sozialsysteme wie sie anfallen würden, wenn der Entleiher seinen Lohn direkt an den Leiharbeitnehmer in einem anständigen Arbeitsverhältnis zahlen würde)

– befristete Beschäftigung (Perspektivlosigkeit, keine vernünftige Lebensplanung, wenig Entwicklungsmöglichkeit in den Firmen wegen kurzer Bindung, schlechtere Einkommensentwicklung zeichnen befristete Beschäftigungsverhälnisse aus – ergo weniger Beiträge in die Sozialversicherungssysteme)

– geringfügige Beschäftigungsverhältnisse (auch wenn sich hier eine grundsätzliche Pflichtversicherun zur Rente seit 2013 durch Gesetzesänderung ergeben hat, gibt es noch viele Ausnahmen, Befreiungsmöglichkeiten und Besitzstände der Versicherungsfreiheit für Beschäftigungsverhältnisse die bereits vor dem 01.01.2013 bestanden -insgesamt weniger Beiträge in die Sozialsysteme als bei regulären Teilzeitbeschäftigungen)

– sinkende Tarifbindung (durch Leiharbeit und befristete Beschäftigung sinkt die gewerkschaftliche Organisationsbereitschaft der Arbeitnehmer und damit die Durchsetzungsfähigkeit für Tarifverträge – Folge sind geringere Einkommen und damit geringere Beiträge in die Sozialsysteme)

– Bemessungsgrundlagen (Einkommen aus abhängiger Beschäftigung ist maßgeblich für die Beiträge in die Sozialsysteme.  Würden Einkommen aus Kapitalerträgen und Mieteinnahmen berücksichtigt, wären mehr Beiträge in die Sozialsysteme fällig).

– Bemessungsgrenzen (Erhöhung der Bemessungsgrenzen bei gleichzeitiger Decklung der Leistungen durch s.g. Höchstrenten, führte zu mehr Beiträgen – starke Schultern sollten mehr tragen).

– Einseitige Belastung der Arbeitnehmer (Reduzierung des Steuerzuschusses bei gleichzeitiger einseitiger Erhöhung des Beitrages in der Krankenversicherung – Arbeitnehmerbeitrag ist höher als Arbeitgeberbeitrag – sowie Zusatzbeiträge nur für Arbeitnehmer, generieren geringere Beiträge als wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich belastet würden.)

– Erhöhung des Renteneintrittalters (Die Erhöhung der Altersgrenze für den Rentenbezug bei gleichzeitiger Absenkung des Rentenniveaus führt ingesamt zu geringeren Renten, zu höherer Altersarmut und mehr Aufstockung  – ergo zur Belastung der Sozialversicherungssysteme)

– private Sozialversicherung (entzieht den solidarischen Systemen vor allem die Beiträge der Besserverdienenden sowie die Gewinne der Versicherungsunternehmen)

Fazit: Es gibt eine Belastung der Sozialsysteme, diese ist aber nicht Folge von Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa sondern von bewussten initeressengelenkten Entscheidungen der herrschenden politischen Klasse der letzten Jahre. Es gibt also keinen Grund zur Angst vor Bulgaren und Rumänen wohl aber vor den Populitikern der CSU.

Peinlicher Copy and Paste Fehler aus dem Hause Merk

24. November 2013

In der Broschüre „Das Schöffenamt in Bayern“ des Bayerischen Staatministerium der Justiz und für Verbraucherschutz 1309 Broschürendeckblatt

findet sich unter Nr. 7 Vereidigung der Hinweis auf die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen (sic).7. Vereidigung

Dies veranlasste mich zu einer Mail an den neuen und die alte Justizminister*in:

Sehr geehrte Frau Merk,
sehr geehrter Herr Bausback,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde zum Jugendschöffen gewählt und erhielt zur Vorbereitung die aktuelle Broschüre „Das Schöffenamt in Bayern“, die noch mit einleitenden Worten von Ihnen versehen war, sehr geehrte Frau Merk.
Da ich die Aufgabe sehr erst nehme, wollte ich die Vereidigungsformel schon mal auswendig lernen und geriet dabei doch ins Stocken.
Auf der Seite 32 unter der Nr. 7 ist die Vereidigungsformel wie folgt abgedruckt:

“ Ich schwöre, die Pflichten eines ehrenamtlichen Richters/einer ehrenamtlichen Richterin getreu dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, getreu der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen und getreu dem Gesetz zu erfüllen, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen, so wahr mir Gott helfe.“

(das Wort Nordrhein-Westfalen ist im Original natürlich nicht fett gedruckt)

Die Verfassung des Landes NRW hab ich mir angesehen und wäre auch damit einverstanden auf diese vereidigt zu werden. Dennoch stellt sich mir die Frage, ob die CSU in der kommende Wahlperiode möglicherweise eine Föderalismusreform anstrebt, die eine Vereinigung mehrere Bundesländer vorsieht. Ggf eine Annexion von s.g. Nehmerländern beim Landesfinanzausgleich durch die s.g. Geberländer?
Oder handelt es sich schlicht um einen peinlichen copy and paste Fehler?

Ich freue mich über Ihre Antwort und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Die Antwort darauf wird natürlich auch hier zu finden sein 😉

to be continued……

Update 26.11.2013 – schnelle Antwort von der stellv. Pressesprecherin des Bayerischen Staatsministerium der Justiz:

Sehr geehrter Herr Bess,

Herr Staatsminister Prof. Dr. Bausback hat mich gebeten, Ihre E-Mail vom 24. November 2013 zu beantworten.

 Sie nehmen darin Bezug auf das in der Broschüre „Das Schöffenamt in Bayern“ als Anhang I abgedruckte Merkblatt für Schöffen. Bei diesem Merkblatt handelt es sich, wie auf Seite 30 der Broschüre angegeben, um einen bundeseinheitlichen Vordruck. Federführend verantwortlich ist dafür das Oberlandesgericht Köln, weshalb in der angegebenen Vereidigungsformel Bezug auf die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen genommen wird. Zwar wird ausgehend von dem bundeseinheitlichen Vordruck auch ein „bayerisches“ Merkblatt für Schöffen erstellt, das aber zum Zeitpunkt der Drucklegung der Broschüre noch nicht fertiggestellt war. Ich darf es Ihnen als Anhang senden. Wie Sie dem entnehmen können, werden Sie selbstverständlich auf die Verfassung des Freistaates Bayern vereidigt.

Mit freundlichen Grüßen

 

Mindestlohn durchsetzen – JETZT!

23. September 2013

Die Bundestagswahlen sind für viele Parteien zu einem eher unschönen Ereignis geworden. Die FDP wurde für Ihre Klientelpolitik abgestraft und die Piratenpartei muss erkennen, dass ihre Kernthemen mehrheitlich bei den Menschen keine Priorität haben und sie darüber hinaus offensichtlich (noch) nicht sehr ernst genommen wird.
Das der Krug der absoluten Merkelheit knapp an Deutschland vorbeigegangen ist, führt zu einer Konstellation im deutschen Bundestag die einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn jetzt möglich macht.
Die SPD hat es in der Hand.
Wenn die SPD standhaft bleibt und (wie von Ihrem Kanzlerkandidaten versprochen) nicht in eine Koalition mit der CDU geht, kann auch aus der Opposition heraus ein gesetzlicher Mindestlohn durchgesetzt werden, mit den Stimmen von Grün und Links, ohne in die von der SPD verdammte Koalition mit dem „unzuverlässigen“ Partner DIE LINKE zu gehen.
Wenn sie sich als Juniorpartner von der CDU doch vereinnahmen lässt, muss der allgemeine gesetzliche Mindestlohn im Koalitionsvertrag stehen. Noch nie waren wir näher dran – Mindestlohn JETZT!

Die letzten allgemeinen freien Wahlen in Bayern

14. September 2013

Was die Wenigsten wissen: Die bayerischen Landtagswahlen am 15.09.2013 sind die letzten allgemeinen freien Wahlen für die nächsten 40 Jahre. Jeder der Morgen nicht zur Wahl geht verliert sein Wahlrecht in Bayern. Künftig werden dann nur noch neben den Wählern von 2013, neu hinzugezogene und volljährig gewordene bei der Ausstellung von Wahlscheinen berücksichtigt.

Sollte man sich das wünschen? Vielleicht würde es die Wahlbeteiligung nach oben treiben, wahrscheinlich aber nicht……

Gleich ist Sonntag – AUFSTEHEN, WÄHLEN GEHEN – JETZT!!!!!!!

„Republikaner“ jetzt weltoffen?

10. August 2013

Manch einer mag sich verwundert die Augen reiben wenn er auf der Internetseite der „REP-Mittelfranken“ vorbeischaut.

Screenshot der Internetseite "REP-Mittelfranken"

Screenshot der Internetseite „REP-Mittelfranken“

Da wird man neben einem feist rosahäutigen Barträger Johann Gärtner, von einem dunkelhäutigen Pärchen angelächelt (angeblich neue Mitglieder)  und alle drei zeigen einen erhobenen Daumen. Die Assoziation der Ausländerfreundlichkeit  holt einen  aber durch die Bildunterschrift „Wir grenzen niemanden aus- wir lassen nur nicht jeden rein“  dann schon wieder zurück auf den Boden der Tatsachen – oder sollte man besser sagen auf den Boden des „Nützlichkeitsrassismus“.

Wer weiterliest stößt dann tatsächlich auf das zu Erwartende. „Konsequente Begrenzung der Zuwanderung“ ist die Forderung der „REP“. Nur qualifizierte Fachkräfte und unbedingte „Integrationswilligkeit“ sowie die „deutsche Leitkultur“ sind die Maßstäbe die die „REP“ setzen will. Sie unterscheidet  sich damit von der aktuellen Politik der CSU Regierung ja nun nicht gerade. Lediglich die noch etwas radikalere Forderung nach „Konsequenter Abschiebung krimineller Ausländer“ macht sie dann vielleicht für Wähler interessant, denen die CSU noch nicht rechts genug ist. Die REP bleibt damit ein überflüssiger politischer Wurmfortsatz der CSU und Sammelbecken „stolzer Nationalisten“. Mit anderen Worten ekelig braun.

Den beiden dunkelhäutigen Statisten die zur Irreführung missbraucht werden, sollte man hingegen helfen, von der Website wieder herunter zu kommen. Wer Namen oder Kontaktdaten weiß – bitte melden.

Rainer Biller – Ausstieg des Nürnberger Neonazis aus der rechten Szene wirft Fragen auf

10. Juli 2013

Spätestens seit dem Aufdecken der NSU Morde dürfte wohl niemand mehr an irgendwelche Zufälle glauben – ich zumindest nicht.

Rainer Biller geriet zuletzt mit einem Zitat auf seinem privaten Facebook-Account in die Kritik – er kommentierte ein Tatortbild aus der NSU Mordserie „Tod dem Döner – Es lebe die deutsche Bratwurst”.

Dies brachte ihm neben einer Strafanzeige der Landtagsabgeordneten Schmitt-Bussinger auch den Ausschluss aus der Bayern NPD und der NPD Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ kurz BIA ein.  Die BIA ist durch Ollert und Schmaus im Nürnberger Stadtrat vertreten.

Am letzten Samstag 06.07.13 verkündet Rainer Biller via Facebook:

„Ich teile mit, dass ich aus der Nationalen Arbeit / Bewegung meinen Rückzug – Austritt vollzogen habe.“

Es folgt die Löschung aller Inhalte mit rechtem Bezug und schließlich die Löschung des gesamten Facebookauftritts von Biller. Just einen Tag vor den Razien gegen das „Freie Netz Süd“.

Sollte bei den stattgefundenen Razzien auch Billers Wohnung durchsucht worden sein, ist davon auszugehen, dass diese genauso bieder und harmlos und vollkommen rein von rechten Bezügen ist, wie mittlerweile auch Billers Auftritt bei google+.

Auch diesen hat Biller bereits im März dieses Jahres „aufgeräumt“. War im Jahr 2012 auf seinem google+ Account noch unter einem Bild von Mahmud Ahmadinedschad zu lesen, dass „Sein Freund Ausländer sei“,  er Werbeplakate zur „Reichsführer Tagung 1933 – Bund der Frontsoldaten“ veröffentlichte und eine Unzahl von Links auf Beiträge des „Freien Netz Süd“ postete, ist jetzt in fast schon unschuldiger Manier zu lesen „Was für eine Freude! Ja fahre jetzt zur Anmeldung für die neue Schule meiner Tochter“.

Hat sich Biller jetzt also tatsächlich zurückgezogen, oder nur rechtzeitig Belastendes zur Seite geschafft? Falls Zweites zutrifft, stellt sich die Frage, ob er einfach nur einen glücklichen Zeitpunkt gewählt hat oder er gewarnt wurde. Spekulationen helfen an der Stelle aber nicht weiter, trotzdem bleibe ich dabei – wenn es um Neonazis geht, glaube ich nicht mehr an Zufälle.

Europäische Holocaustgedenkstätte Landsberg

6. Juli 2013

Wieder mal im Urlaub, diesmal im Allgäu, bietet sich eine weitere Gelegenheit zur Bildung. Ein Hinweisschild „KZ-Gedenkstätte“ auf der Hinfahrt, kurz nach Landsberg am Lech auf der B 17 Seestall, lockte uns zu einem Ausflug.

Die Besichtigung der „Gedenkstätte“ fiel dann doch leider etwas spärlich aus. Gut einen halben Kilometer außerhalb des Dorfes, kein Parkplatz – Auto auf die Wiese und die letzten 150 Meter zu Fuß. Ein Betonhexagon auf einem mit Immergrün bewachsenen Beet in Form eines Davidsterns.

"Gedenkstein"

„Gedenkstein“

Die Inschrift „Wir waren Juden. Das war unsere Schuld.“ ist wohl ein bisschen mehr als nur unglücklich. „Errichtet von der Bayerischen Staatsregierung 1950“ steht auf einer zweiten Seite zu lesen. Das erklärt wohl auch die merkwürdige Innschrift. Und das war´s dann auch schon!?

"...Das war unsere Schuld"

„…Das war unsere Schuld“

Kein Hinweis warum der Stein an dieser Stelle steht, kein Hinweis auf die Opfer. Vier Seiten des Hexagons sind leer und wären durchaus geeignet dem geneigten Besucher weitere Informationen zukommen zu lassen.

Das Internet musste dann helfen und verhalf zur Erkenntnis, dass es sich bei der „Gedenkstätte“ um eine Massengrab handelt in dem wahrscheinlich 22 Tote bestattet sind, die vermutlich aus den KZ Außenlagern um Kaufering stammten. (Quelle: http://www.spuren-landsberg.de).  Hier sollte sowohl die Gemeinde Seestall als auch die Staatsregierung dringend nachbessern.

Bei der Recherche stießen wir dann noch auf die „Europäische Holocaustgedenkstätte Landsberg“

http://www.buergervereinigung-landsberg.de/

Die Bürgervereinigung hatte im Jahr 1987 einen Teil des KZ Lagers „Kaufering VII“ von der Stadt Landsberg erworben und pflegt seit dem die Gedenkstätte. Ein Spontanbesuch führte zwar letztlich vor verschlossene Tore – hat aber vielleicht trotzdem einen gewissen Informationswert.

Ca. 13 Minuten zum Download (Rechtsklick und Ziel speichern unter…….)130704 Holocaustgedenkstätte Landsberg

Kaufering VII

Kaufering VII

Von Stacheldraht umgeben

130704 Kaufering 7.3

Möglicherweise ergibt sich noch eine Führung, dann gibt es noch ein Update unter der Kategorie „Wohin mit der Kohle?“.


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