Europäische Holocaustgedenkstätte Landsberg


Wieder mal im Urlaub, diesmal im Allgäu, bietet sich eine weitere Gelegenheit zur Bildung. Ein Hinweisschild „KZ-Gedenkstätte“ auf der Hinfahrt, kurz nach Landsberg am Lech auf der B 17 Seestall, lockte uns zu einem Ausflug.

Die Besichtigung der „Gedenkstätte“ fiel dann doch leider etwas spärlich aus. Gut einen halben Kilometer außerhalb des Dorfes, kein Parkplatz – Auto auf die Wiese und die letzten 150 Meter zu Fuß. Ein Betonhexagon auf einem mit Immergrün bewachsenen Beet in Form eines Davidsterns.

"Gedenkstein"

„Gedenkstein“

Die Inschrift „Wir waren Juden. Das war unsere Schuld.“ ist wohl ein bisschen mehr als nur unglücklich. „Errichtet von der Bayerischen Staatsregierung 1950“ steht auf einer zweiten Seite zu lesen. Das erklärt wohl auch die merkwürdige Innschrift. Und das war´s dann auch schon!?

"...Das war unsere Schuld"

„…Das war unsere Schuld“

Kein Hinweis warum der Stein an dieser Stelle steht, kein Hinweis auf die Opfer. Vier Seiten des Hexagons sind leer und wären durchaus geeignet dem geneigten Besucher weitere Informationen zukommen zu lassen.

Das Internet musste dann helfen und verhalf zur Erkenntnis, dass es sich bei der „Gedenkstätte“ um eine Massengrab handelt in dem wahrscheinlich 22 Tote bestattet sind, die vermutlich aus den KZ Außenlagern um Kaufering stammten. (Quelle: http://www.spuren-landsberg.de).  Hier sollte sowohl die Gemeinde Seestall als auch die Staatsregierung dringend nachbessern.

Bei der Recherche stießen wir dann noch auf die „Europäische Holocaustgedenkstätte Landsberg“

http://www.buergervereinigung-landsberg.de/

Die Bürgervereinigung hatte im Jahr 1987 einen Teil des KZ Lagers „Kaufering VII“ von der Stadt Landsberg erworben und pflegt seit dem die Gedenkstätte. Ein Spontanbesuch führte zwar letztlich vor verschlossene Tore – hat aber vielleicht trotzdem einen gewissen Informationswert.

Ca. 13 Minuten zum Download (Rechtsklick und Ziel speichern unter…….)130704 Holocaustgedenkstätte Landsberg

Kaufering VII

Kaufering VII

Von Stacheldraht umgeben

130704 Kaufering 7.3

Möglicherweise ergibt sich noch eine Führung, dann gibt es noch ein Update unter der Kategorie „Wohin mit der Kohle?“.

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2 Antworten to “Europäische Holocaustgedenkstätte Landsberg”

  1. Anton Heuberger Blonhofen Says:

    Es ist richtig. Der Gedenkstein fällt für die hier Bestatteten sehr mickrig aus. Es fehlen überall irgendwelche geschichtlichen Hintergünde. Das einzige was mir auffiel ist, daß von der B17 her nicht weniger als 6 Hinweisschilder zu dieser Gedenkstätte führen. Das empfinde ich als schade. Ich bin wirklich geschichtlich sehr interessiert, aber ohne ein gewisses Vorwissen seitens internet ist es sehr schade, dass diese Gedenkstätte nicht ein wenig aufgewertet wird. Man könnte wirklich die verbliebenen vier Seiten z. B. für die Namen nutzen, auch könnte man für alle sechs Seiten Granite oder Naturstein aus den Ländern der hier bestatteten Häftlinge errichten. Den Naturstein bekommt man an jeder Straßenecke. Sehr schade für das Denkmal wenn nicht bald irgendetwas gemacht wird. Der Standort ist wirklich sehr idyllisch und ich würde nicht den offiziellen Weg nehmen, sondern den von Osten vom Lech her. Dort befindet sich auch ein zwar etwas kleiner Parkplatz, aber zum Wenden reicht er aus. Auch den Weg könnte man mit relativ wenig Arbeit so instand setzen, dass er der Würde der Gedenkstätte entspricht. Das wäre wahrlich eine keine so große Aufgabe für die Gemeinde Fuchstal oder Seestall. Denn wenn man sieht, wie aufwändig die hiesigen katholischen Friedhöfe und Kirchen restauriert und modernisiert werden ist es in meinen Augen nicht ganz verständlich, warum hier das Geld fehlen würde. Auch den Gedenkstein könnte man über historisch interessierte Steinmetze auf jeden Fall nicht unbedingt für den offiziellen Preis renovieren lassen oder gleich erneuern. Ich weiß von was ich spreche: Ich bin Steinmetz. Es wäre echt schade, wenn man dieses Mahnmahl unserer nicht unbedingt rühmlichen Epoche unserer Geschichte wieder aufleben lassen könnte. Damit sich auch vielleicht einmal die Herrschaften der landverbreiteten braunen Gesinnung ihre wirren Gehirngänge belüften könnten. Dort unten am Lech ist es wunderschön und die Luft erst………

  2. Michael Jagiella Says:

    Hallo allerseits. Bin gerade an der „Gedenkstätte“ Seestall. Ganz schön traurig wie Aussagelos hier auch heute noch alles ist. Als Neubürger in dieser Region interessierte ich mich nach einem Besuch der KZ Gedenkstätte Dachau was hinter dem Schild an der B17 steckt. Leider nicht sehr viel!
    Mit freundlichen Grüßen Michael Jagiella

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