Archive for the ‘Autofrei’ Category

Verkehrsinfarkt abgewendet – Ramsauers Verkehrsschilder 2.0

21. Mai 2013

Der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer macht sich als inovativer Reformpolitiker einen Namen. Die zunehmende Belastung der Ballungszentren durch den Autoverkehr, die stetige steigenden Anforderungen an die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger, der wirtschaftliche Umbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehr, die Endlichkeit der dafür eingesetzten Resourcen und nicht zuletzt den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, dies alles zusammengenommen kann wahrlich als Herkulesaufgabe bezeichnet werden.

Mit Bravour kann deshalb aus dem Verkehrsministerium verlautbart werden, dass der drohende Verkehrsinfarkt abgewendet wurde. (oder besser abgewendet sein wird, zumindest ab 2014, wenn der Bunderat zustimmt)
Und wie kann es anders sein, natürlich nicht auf dem Wege „klein, klein“, sondern mit einer wirklich tiefgreifenden Reform – alles andere wäre ein Rumdoktorn an den Symptomen gewesen. Nein – Ramsauer hatte die Vision und auch den Mut sich mit seiner fast schon als „revolutionär“ zu bezeichnenden Idee, besonders gegenüber der mächtigen deutschen Autolobby durchzusetzen.
Wenn man die nackten Zahlen betrachtet wird schnell klar wie zukunftsweisend die Ergebnisse sind.
Gerade bein individuellen motorisierten Verkehr würde es es zu einer Reduktion von sage und schreibe 55,5% kommen – schon jetzt kann man sich die neidischen Kommentare der internationalen Presse vorstellen, wenn sich Deutschland mal wieder als Inovationsmotor in Europa präsentiert.

55,5% entsprechen genau 10 Punkten. 10 Punkte weniger bis der Lappen weg ist. Da kennt er gar nichts der Peter – übersichtlicher und gerechter soll es werden, das neue Punktesystem in Flensburg.

Sein neues Projekt ist jetzt der Kampf gegen die Klimaerwärmung. Einer der größten Klimakiller ist ja bekanntlich der CO² Ausstoß, den es zu reduzieren gilt.
Mit dem ihm üblichenn Weitblick hat Ramsauer jetzt mal über seinen Tellerrand und den darin befindlichen Schweinebraten hinausgesehen und sinnvolle Verknüpfungsmöglickeiten mit dem Umweltresort von Altmeier und EignersVerbraucherschutzminsterium erblickt.
Warum nicht in einer Kampangne „Verkehrsschilder 2.0“ für Synergieeffekte sorgen, die sonst wirkungslos verpuffen?

Stopschild
In einem Pilotprojekt im Nürnberger Stadtteil Gostenhof sollen die Auswirkungen getestet werden – Autofahrer zur vegetarischen Ernährung zu animieren. Wer weniger Schnitzel ißt, also indirekt weniger Methan in Kuhmägen und weniger gefährliches Lachgas durch die Düngemittelproduktion entstehen lässt, soll künftig schneller vorankommen. Gedacht ist hierbei an persönliche Geschwindigkeitsentgrenzungen (in 5Kmh Schritten bis max +30) die durch Aufkleber am Auto kenntlich gemacht werden können.
Alternativ soll es Bonuspunkte in der Flensburg Kartei geben – logisch, wer weniger Fleisch ist, sollte dafür auch öfter schneller fahren dürfen.

Die Konzepte der Piratenpartei zum ticketfreien Nahverkehr nehmen sich neben so viel Innovation geradezu lächerlich aus.

Zum ticketfreien Nahverkehr:

http://piraten-mfr.de/files/2012/06/c3b6pnvticketfreivgn.pdf
http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/2.192/ticketfrei-im-verkehrsverbund-1.2172978

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Der dritte Monat ohne Auto

1. Oktober 2012

Das erste Quartal ohne eigenen PKW ist vergangen – am Ende des Artikels kommen deshalb auch die Durchschnittswerte, aber zunächst die Betrachtung des Septembers

Das Fahrrad
Wegen des Urlaubs bleibt das Fahrrad im September öfter im Keller.  Entstanden Kosten: 0,--€

Der Öffentliche Nahverkehr
Tatsächlich habe ich im Nahverkehr im September nur eine Zugfahrkarte gekauft (9,70 €). Trotzdem schlägt der öffentliche Verkehr insgesamt mit 108,70 € zu Buche. Das liegt zum einen an der Abbuchung für die Bahncard 25 in Höhe von 59 € und zum anderen an der Reise nach Prag. 40 € waren für den Expressbus Nürnberg-Prag und zurück auszugeben. Eine echte Empfehlung. Wer schnell und stressfrei nach Prag kommen möchte, ohne sich selbst hinter das Steuer zu klemmen ist damit bestens bedient. 3 Stunden und 45 Minuten trennen die beiden Städte ohne Stau und Parkplatzsuche.

Carsharing
Zwei Fahrten für insgesamt 280 km veranschlage ich mit 82,90 €.

Urlaub
Für die Fahrt in den Urlaub mit einem Auto fallen natürlich Kosten für den Sprit an. Für die Reise in den Schwarzwald mit Abstecher in die Schweiz waren dies 76,86 €. Für eine Fahrt mit dem Schiff, dass wir benutzten um eine Wanderung auf der Bundesstraße zu verhindern wurde eine Zahlung von 2 € fällig.

Erwähnenswert ist für den Bereich des Südschwarzwaldes, der „kostenlose“ öffentliche Nahverkehr für Übernachtungsgäste.
Auf Wunsch erhält man bei den Beherbergungsbetrieben und Campingplätzen eine Karte ausgestellt mit der man kostenlos Busse und Bahnen benutzen kann. Lediglich Fahrräder und Hunde müssen extra bezahlt werden. Eine Regelung, die sich finanziell sehr angenehm bemerkbar macht, sofern man das Auto stehen läßt. Die Finanzierung dieser „Freifahrten“ erfolgt duruch die Städte und Gemeinden des Gebietes, die je Übernachtung 0,30 € an die Verkehrsbetriebe als Pauschale zahlen. Die Refinanzierung erfolgt natürlich über die Kurtaxe – auf diese Art zahlen die Autofahrer den Nahverkehr mit – sehr sympatisch :-).

Die Mobilitätskosten für den Monat September belaufen sich insgesamt auf 270,46 € und liegt damit bisher am höchsten, was sich mit den Kosten der Bahncard und durch den Urlaub erklären lässt.

Im Durchschnitt der drei Monate liegen die Kosten für Mobilität mtl. bei 214,76 €. Ob der Oktober den Schnitt eher drückt oder steigen lässt wird sich zeigen. Bis jetzt habe ich die Entscheidung mein Auto zu verkaufen jedefalls noch nicht bereut.

Der zweite Monat ohne Auto

1. September 2012

Geprägt durch überwiegend gutes Wetter und weniger Notwendigkeit ein Auto zu benutzen, ging der zweite Monat ohne Auto zu Ende.

Das Fahrrad
Insgesamt legte ich für die Wege zur Arbeit im Monat August 99 Kilometer zurück. Die im Juli gestohlen geglaubte Luftpumpe ist wieder aufgetaucht. Investiert habe ich 11,-€ für zusätzliche Beleuchtung. Ein schöner Spruch auf einem T-Shirt ist mir aufgefallen „Bourn fat not oil“ 🙂

Der Öffentliche Nahverkehr
Im August waren es Tickets von Kurzstrecke bis Zone 8+. Auch mal ein Tagesticket Plus, wenn ich mit meinen Kindern unterwegs war. Klasse finde ich, dass die Tagestickets Plus am Samstag gekauft, auch gleich noch für den Sonntag gelten. Meistens benutzte ich wieder die Handyticket App auf meinem Smartphone. Funktioniert vollkommen problemlos. Beim Busfahren habe ich allerdings den Eindruck, dass man auch mit ungültigen Tickets fahren kann, weil man einfach beim Einsteigen durchgewunken wird wenn man sein Handy zückt und dem Busfahrer hinhält. So richtig gut zu lesen ist das ziemlich kleingedruckte Datum darauf nämlich nicht und in der Regel ist man scheinbar schon noch ein „Exot“ mit der Benutzung. Kosten für den Monat August 42,45 €.

Carsharing
Flinkster funktioniert wie im Vormonat auch problemfrei, keine fixen Kosten, nur bei Nutzung. Leider gibt es in Nürnberg die günstigste Wagenklasse „Mini“ nur zum Stundenpreis der Wagenklasse „Klein“ also für 5€ die Stunde statt 2,50€. Eine Antwort auf meine Anfrage per Mail an Flinkster, warum dem so ist, bleibt bisher leider aus.
Das Fahrzeugangebot in München ist um ein vielfaches größer und beinhaltet auch Sonderfahrzeuge wie beispielsweise den Alfa Romeo in Speziallakierung für 2,5€ die Stunde und s.g. Stadtteilautos, die auf regulären Parplätzen innerhalb eines festgelegten Viertels abgestellt werden. Bleibt zu wünschen, dass für Nürnberg irgendwann das Angebot noch erweitert wird. Gefahrene Kilometer im August 137, Kosten hierfür 39,66€.

Privat geliehen
Für ein privat geliehenes Auto entstanden Spritkosten in Höhe von 30,01-€.

Die Gesamtkosten für Mobilität lagen im August somit bei 112,12€ und damit deutlich unter den Ausgaben für Juli, was tatsächlich an insgesamt weniger zurückgelegten Kilometern mit Flinkster und Urlaub lag.

Da auch der September urlaubsgeprägt ist und auch tatsächlich Reisen anstehen, wird es spannend wie sich die Kosten entwickeln…….

Der erste Monat ohne Auto

8. August 2012

Ich habe weder meinen Führerschein verloren (und dann nicht mehr gefunden), noch mein Auto zu Schrott gefahren und will auch keine Fahrerflucht oder ein anderes Verbrechen vertuschen.

Nein, ich habe mich einfach entschieden, es mal ohne des Deutschen Lieblingskind zu versuchen.

Der erste Monat autofrei ist vorbei und es ist Zeit Bilanz zu ziehen:

Das Fahrrad
Kam auch Dank des guten Wetters häufiger zum Einsatz – sicherlich war auch die AOK Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ eine zusätzlich Motivation. Kosten für den Monat Juli 0€, Schaden ca. 10€ (Luftpumpe gestohlen :-().

Der Öffentliche Nahverkehr
Von Kurzstrecke bist Tagesticket Plus für den Gesamtraum VGN war alles dabei. Insgesamt 11 Tickets erworben. Die meisten davon über „Handyticket“ – funktioniert bis auf eine notwendige Neuinstaltion problemlos. Vorteilhaft, dass man nicht an den Automaten rumfummeln muss und außerdem zahlt man auch für eine Einzelfahrt nur den anteiligen Preis  der Streifenkarte. Kosten für den Monat Juli 90,99€

Carsharing
Hab mich nach ausführlichem Studium der unterschiedlichen Angebote für Flinkster von der deutschen Bahn entschieden. Da ich eine Bahncard besitze sind die sonst fälligen 50€ Registrierungsgebühr entfallen. Im Tarif „bundesweit“ gibt es keine monatlichen Grundgebühren. Der Stundenpreis liegt je nach Wagentyp zwischen 2,50€, 5€ oder 6€, wobei der 2,50€ Typ leider bisher noch nicht zu finden war. Der Kilometerpreis beträgt 18 Cent. Funktioniert prima – dank eines auf meinem alten Lappen aufgeklebten Sendechips kann ich den gebuchten Wagen öffnen. Im Handschuhfach findet sich dann der Schlüssel und es kann losgehen. Kümmern muss man sich um nichts, außer der Tank ist nicht mehr viertelvoll – dann zur Tanke. Getankt wird auf Karte die im Auto ist, selbst bezahlen muss man nicht. Dank der Handyapp kann ich auch von unterwegs buchen und sehe bereit Sekunden nach der Rückgabe wie viele Kilometer ich gefahren bin und was es kostet (Zauberei wahrscheinlich).

Gefahrene Kilometer im Juli 560. Kosten 164,72€

Das Taxi
War selbstverschuldet (im falschen Zug gesessen:-() etwas zeitknapp und wollte zum Termin pünktlich erscheinen. Kosten 6€

Gesamtkosten für Mobilität liegen somit bei 261,71€. Das ist noch nicht wirklich günstig, liegt aber sicher noch unter den Kosten eines eigenen Fahrzeugs, zumindest wenn man neben Versicherung, Steuer, Sprit und Wartung/Reperaturen auch noch den Wertverfall einrechnet.

Mal sehen, wie der August wird…..


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