Archive for the ‘Vegetarismus’ Category

Getrübtes Alpenidyll

17. Juni 2014

Die gute Nachricht vorweg – ja, es gibt sie noch die „glücklichen Kühe“.

Sieht man mal davon ab, dass

  • die Mütter zum regelmäßigem Kinderkriegen gezwungen werden damit sie ausreichend Milch geben, die man Ihnen wegnimmt,
  • die männliche Kuhkinder geschlachtet werden weil sie nicht genug Fleisch ansetzen als das sich die Aufzucht „lohnen“ würde und sie eben keine Milch geben,
  • am Ende des „glücklichen“ Lebens ja doch viel zu früh das Schlachtermesser wartet, wenn die Milchleistung nachlässt,

ja, wenn man das alles ignoriert, dann gibt es noch „glückliche Kühe“.

Diese haben wir auf unserer Wanderung im Chiemgau auch getroffen – scheinbar unendliche Almweiden.WP_20140615_003

Neugierige und lebenslustige Herden folgen Wanderern oder „Jagen“ auch schon mal Hunden hinterher. Man sieht Ihnen an, dass sie sich so richtig rundum Wohlfühlen.

"Gefährliche Waldkühe" lauern auf arglose Wanderer

„Gefährliche Waldkühe“ lauern auf arglose Wanderer

Auf der österreichischen Seite unserer Wanderung im Bezirk Kufstein, stießen wir dann zwar auch schon wieder auf eine Agrarfabrik, die genauso große Weiden hatte aber diese lieber nicht von den Kühen zertrampeln lassen wollte und sie stattdessen in einem großen und modernen Stall einsperrte.

 

Gut zweihundert Meter weiter (Karte) dann ein abscheuliches Exemplar von Stall. Gequälte Kreaturen in einem winzigen Holzstall. Hier fristen 8 Kühe in Anbindehaltung ihr Leben und stehen Knöcheltief in ihrer eigenen Scheiße. (Zur größeren Ansicht auf die Bilder klicken)

Mein erster Gedanke war „das muss doch mittlerweile verboten sein“ – ist es leider nicht. Bis 2020 gibt es im deutschsprachigem Raum Übergangsfristen und für so kleine Ställe mit „traditioneller Haltung“ vielleicht sogar gar kein Verbot – das habe ich aber noch nicht raus gefunden.

In jedem Fall werde ich den zuständigen Tierschutzverein in Kufstein mal informieren und vielleicht die Antwort auch veröffentlichen.

Insgesamt ein guter Grund sich vegan zu ernähren – bitte spart euch die Kommentare in die Richtung „wir sind aber genetische Fleischesser“ – da hab ich keine Lust mehr drauf.

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Wohin mit der Kohle Nr.9 – Komm in den Garten! Dein-Gemuese e.V. Nürnberg

9. Juni 2014

Komm in den Garten Banner Woher kommt eigentlich was wir essen? Bio-Import aus Asien? Konventioneller Anbau aus der Region? Egal – Hauptsache billig?

 

Immer mehr Menschen stellen sich diesen Fragen ganz praktisch, wollen wissen wie die Lebensmittel enstanden sind die sie zu sich nehmen und eigentlich am liebsten ihr Gemüse selbst anbauen.

140529 Ulrike EichlerMit Ulrike Eichler, einer Mitgründerin des Vereins „Dein Gemüse e.V.“  haben wir am „Vatertag“ ein ausführliches Interview geführt – hört doch einfach mal rein:  Zum Runterladen einfach Rechtsklick und „Ziel speichern unter….“Download oder direkt hier im Player anhöhren „

Gerade in einer Großstadt hat nicht jeder einen eigenen Garten und/oder das notwendige Wissen übers „Gärtl´n“. Da kommt die im Ursprung aus Österreich stammende Idee gerade richtig – Die sog. Selbsterntegärten machen es selbst Anfänger*innen leicht mit der Selbstversorgung zu beginnen. Man pachtet ein Stück bestelltes Feld (2×20 Meter) auf dem schon alles gesät und gepflanzt ist was man so in der Küche brauchen kann. Von Salat über Karotten, Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln bis hin zum Zuckermais sind 20 verschiedene Gemüsearten bereit dazu, dass man sich selbst um sie kümmert. Wenn fleissig gegossen,  Unkraut gejätet und gegen unliebsame Gäste wie beispielsweise den Kartoffelkäfer vorgegangen wurde, kann man mit so einer 40 m² Parzelle einen 2-3 Personenhaushalt mit regelmäßiger Ernte beglücken. Das ganze natürlich ohne künstlichen Dünger und giftfrei – versteht sich ja von selbst. Alles was man dazu an Material und Werkzeug braucht wird zur Verfügung gestellt.

Organisiert wird der Selbsterntegarten in Vereinsform. Mit Zahlung des Vereinsbeitrages für eine Saisonmitgliedschaft in Höhe von 160€ ist es auch schon getan und dem Losgärtnern steht nichts mehr im Wege. Zwei Gartenstücke stehen derzeit in Nürnberg zur Verfügung.

Eins in Wetzendorf:140601 - Garten Wetzendorf

 

und ein weiteres in Höfen:

140601 - Garten Höfen

Die Förderung sozialer Projekte, wie Kooperationen oder die Spende freier Flächen an gemeinnützige Organisationen wird noch durch eine Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Mehr Infos unter http://www.dein-gemuese.de

Gespendet werden kann natürlich auch – sobald die Gemeinnützigkeit anerkannt ist auch noch steuerlich abzugsfähig. Über die Frage von „Fördermitgliedschaften“ ist auch noch nicht entgültig entschieden, wird es aber sicherlich geben.

Eine Ausrede billiges gespritzes Gemüse zu kaufen, dass im ungünstigten Fall um die halbe Welt gereist ist gibt es nun definitiv nicht mehr.

Auf geht´s – gärtl´t werd!

 

Feedback über Facebook:

Henry Siman Tovbiowelle is seit jahren sowas von „ausgelutscht“. hatte in den 80´igrn selbst hirsebrei auf demo´s gekocht für frau kelly. heute geh ich zu meinem türk. tante emma laden in der nachbarschaft, u. freue mich über besten fränk. spargel für 0,99ct per 1,5 kilo. gutes aus der region geht auch billig!
10. Juni um 01:15
Frank Besswarum bio „ausgelutscht“ ist versteh ich net?? kein Gift und kein Kunstdünger sondern natürliche fruchtbare Böden und Verzicht auf genmanipuliertes Obst und Gemüse ist so aktuell wie nie. Den Spargelpreis finde ich schon erstaunlich – entspricht 66 Cent pro Kilo – ws soll der Bauer und der Spargelstecher den da noch dran verdient haben?
12. Juni um 10:11
Robert KästnerBillig ist – egal über welches Produkt man redet – der falsche Begriff wenn man irgendetwas mit dem Thema Respekt vor Produzenten und Qualität am Hut hat.
Der korrekte Begriffe wäre „preiswert“.
Denn darin steckt schon von vorneherein das Wort „Wert“.
Was kann einem Spargel, der Bauer und seine Mitarbeiter wert sein, wenn man das Kilo für 0,66 € kaufen kann.
Mal abgesehen von der Situation, dass der Spargel der letzte am Samstag kurz vor Ladenschluss ist und die Alternative Wegwerfen bedeutet.

12. Juni um 18:26

 

Verkehrsinfarkt abgewendet – Ramsauers Verkehrsschilder 2.0

21. Mai 2013

Der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer macht sich als inovativer Reformpolitiker einen Namen. Die zunehmende Belastung der Ballungszentren durch den Autoverkehr, die stetige steigenden Anforderungen an die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger, der wirtschaftliche Umbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehr, die Endlichkeit der dafür eingesetzten Resourcen und nicht zuletzt den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, dies alles zusammengenommen kann wahrlich als Herkulesaufgabe bezeichnet werden.

Mit Bravour kann deshalb aus dem Verkehrsministerium verlautbart werden, dass der drohende Verkehrsinfarkt abgewendet wurde. (oder besser abgewendet sein wird, zumindest ab 2014, wenn der Bunderat zustimmt)
Und wie kann es anders sein, natürlich nicht auf dem Wege „klein, klein“, sondern mit einer wirklich tiefgreifenden Reform – alles andere wäre ein Rumdoktorn an den Symptomen gewesen. Nein – Ramsauer hatte die Vision und auch den Mut sich mit seiner fast schon als „revolutionär“ zu bezeichnenden Idee, besonders gegenüber der mächtigen deutschen Autolobby durchzusetzen.
Wenn man die nackten Zahlen betrachtet wird schnell klar wie zukunftsweisend die Ergebnisse sind.
Gerade bein individuellen motorisierten Verkehr würde es es zu einer Reduktion von sage und schreibe 55,5% kommen – schon jetzt kann man sich die neidischen Kommentare der internationalen Presse vorstellen, wenn sich Deutschland mal wieder als Inovationsmotor in Europa präsentiert.

55,5% entsprechen genau 10 Punkten. 10 Punkte weniger bis der Lappen weg ist. Da kennt er gar nichts der Peter – übersichtlicher und gerechter soll es werden, das neue Punktesystem in Flensburg.

Sein neues Projekt ist jetzt der Kampf gegen die Klimaerwärmung. Einer der größten Klimakiller ist ja bekanntlich der CO² Ausstoß, den es zu reduzieren gilt.
Mit dem ihm üblichenn Weitblick hat Ramsauer jetzt mal über seinen Tellerrand und den darin befindlichen Schweinebraten hinausgesehen und sinnvolle Verknüpfungsmöglickeiten mit dem Umweltresort von Altmeier und EignersVerbraucherschutzminsterium erblickt.
Warum nicht in einer Kampangne „Verkehrsschilder 2.0“ für Synergieeffekte sorgen, die sonst wirkungslos verpuffen?

Stopschild
In einem Pilotprojekt im Nürnberger Stadtteil Gostenhof sollen die Auswirkungen getestet werden – Autofahrer zur vegetarischen Ernährung zu animieren. Wer weniger Schnitzel ißt, also indirekt weniger Methan in Kuhmägen und weniger gefährliches Lachgas durch die Düngemittelproduktion entstehen lässt, soll künftig schneller vorankommen. Gedacht ist hierbei an persönliche Geschwindigkeitsentgrenzungen (in 5Kmh Schritten bis max +30) die durch Aufkleber am Auto kenntlich gemacht werden können.
Alternativ soll es Bonuspunkte in der Flensburg Kartei geben – logisch, wer weniger Fleisch ist, sollte dafür auch öfter schneller fahren dürfen.

Die Konzepte der Piratenpartei zum ticketfreien Nahverkehr nehmen sich neben so viel Innovation geradezu lächerlich aus.

Zum ticketfreien Nahverkehr:

http://piraten-mfr.de/files/2012/06/c3b6pnvticketfreivgn.pdf
http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/2.192/ticketfrei-im-verkehrsverbund-1.2172978


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